Mentoring

Lernen von Kollegen:

Mentoring nach dem Prinzip der Wertschätzung

Mitarbeiterwerte

Jungen Kollegen den bestmöglichen Start ins Berufsleben zu ermöglichen – das ist das Ziel der DZ BANK und ihren Nachwuchskräftebetreuern. Ebenso profitieren Führungskräfte im Reverse-Mentoring von den sogenannten „Digital Natives“.

"Prinzip Wertschätzung" lautet der vielsagende Name des Seminars, das Laura Hintzen kürzlich als Nachwuchskräftebetreuerin in der Bank besucht hat. Ein Thema, das ihr nicht nur persönlich am Herzen liegt, sondern in ihrem Bereich großgeschrieben wird. „Unseren Nachwuchskräften wollen wir vermitteln, dass wir sie brauchen und sie auch als Einsteiger einen wichtigen Beitrag leisten. Sie sollen nicht ihre Zeit absitzen und ab und zu bespaßt werden“, erklärt die gebürtige Aachenerin. „Nur so erkennen sie, wo ihre Interessen und Schwerpunkte liegen.“

Laura Hintzen arbeitet im Plattform-Management für das Depot-B-Geschäft, sprich für Privatkunden, die entweder selbst oder über den Berater ihrer Genossenschaftsbank für ihre Wertpapieranlage auf die IT-Systeme der Bank zugreifen. Damit diese reibungslos laufen, arbeitet sie eng mit den Beratern und Vertriebseinheiten in den Volksbanken Raiffeisenbanken, den IT-Kollegen und der Rechenzentrale Fiducia & GAD IT zusammen. Sie und drei Kolleginnen im Bereich planen die Mitarbeit der Nachwuchskräfte fest in den Projekten und Gruppen ein und lassen sie mehrere Abteilungen durchlaufen. Beispielsweise lernen sie das Zertifikategeschäft kennen, machen Station in der Geschäftsfeldsteuerung und begleiten Vertriebskollegen zu Genossenschaftsbanken. Ein schöner Nebeneffekt ist die Beziehungspflege zu Primärbanken, zumal auch Nachwuchskräfte aus den Regionen in Hintzens Gruppe hospitieren. Ihre Einblicke ins Depot-B-Geschäft nehmen sie wiederum zu ihren Heimatbanken mit.

 

„Dass ich einmal viel mit IT-Infrastruktur zu tun haben würde, hätte ich nie gedacht“, erzählt Hintzen. Als Wirtschaftsjurastudentin in Köln hatte sie eher eine klassische Beraterkarriere im Blick. Doch da sie beruflich nicht ständig unterwegs sein wollte, fing sie nach ihrem Studium 2013 im Wertpapier-Compliance der Targobank an. 2015 wechselte sie zur ehemaligen WGZ BANK als Produktmanagerin für Derivate – drei Wochen vor Bekanntgabe der Fusion. „Ich war neu und habe mich auf spannende Aufgaben gefreut. Deshalb habe ich nach vorne geschaut und war offen, nach Frankfurt zu wechseln“, erzählt sie. Hier hat sie gleich zum Start in ihrer Gruppe die Aufgabe als Nachwuchskräftebetreuerin im Fachbereich übernommen. Als solche bespricht sie mit den Neuen, wie ihre Zeit als Hospitant, Praktikant oder Trainee ablaufen wird, vereinbart Ziele und beurteilt ihre Leistung. Wichtig ist Hintzen, dass die Nachwuchskräfte selbstständig und aufgeschlossen sind. „Manche setzen sich hin und erwarten Aufträge. Das ist aber nicht unser Anspruch: Sie sollen selbst ihr Tempo bestimmen, aber auch entscheiden, wann sie nachfragen und sich aktiv um neue Aufgaben kümmern – Neugierde ist uns wichtig“, erklärt sie.

 

So unterschiedlich die Nachwuchskräfte, so individuell auch ihre Betreuung: „Zu uns kommen duale Studenten im fünften Semester wie auch 17-jährige Abiturienten, die vor Unistart erste Praxiserfahrung bei uns sammeln. Wir versuchen, jedem gerecht zu werden und motivierte, inspirierende Menschen für die Bank zu gewinnen.“ Mit einigem Erfolg: Regelmäßig bekommen Nachwuchskräfte im Bereich Kapitalmärkte Privatkunden das Angebot zu bleiben, oder halten den Kontakt, bis sie ihr Studium abgeschlossen haben. „Der Start ins Berufsleben ist spannend und unsere Nachwuchskräfte lernen wahnsinnig schnell dazu – aber auch wir von ihnen. Das Wissen fließt in beide Richtungen, deshalb bauen wir sehr auf unsere jungen Kollegen“, ist Hintzen überzeugt – ganz im Sinne des Prinzips Wertschätzung.

Rollentausch

Der Führungskraft die Welt erklären – zumindest die digitale: Beim sogenannten Reverse Mentoring nutzen Nachwuchskräfte ihren Vorsprung als „Digital Natives“ und unterstützen Führungskräfte im Umgang mit Social Media und neuen Technologien. Das Konzept kommt an: 13 Tandems meldeten sich zur Pilotphase, darunter Peter Stutz, Abteilungsleiter Aufsichtsrecht, und Moritz Dinter, dualer Hochschulstudent.

Beim sogenannten Reverse Mentoring nutzen Nachwuchskräfte ihren Vorsprung als „Digital Natives“ und unterstützen Führungskräfte im Umgang mit Social Media und neuen Technologien.

„Das ist ja pfiffig“, war Peter Stutz’ erste Reaktion auf die Einladung zum neuen Reverse-Mentoring-Programm der Bank, das Führungs- und Nachwuchskräfte in Tandems zusammenbringt. Der Clou: Im Gegensatz zu klassischen Mentoren-Programmen sind beim „Reverse Mentoring“ die jungen Kollegen die Mentoren. Sie unterstützen die Führungskräfte dabei, ihre digitalen Kompetenzen zu erweitern. Ein Konzept, das auch Moritz Dinter überzeugte. Der 21-Jährige Student der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart bewarb sich prompt. „Die Möglichkeit, mit einer erfahrenen Führungskraft so eng zusammenzuarbeiten, hat mich gereizt. Außerdem finde ich es toll, dass ich – obwohl ich noch ganz am Anfang meiner Karriere stehe – mit dem eigenen Wissen etwas bewirke“, erzählt Dinter.


„Das passt“, entschied die Abteilung Personalentwicklung & -marketing und brachte die beiden zusammen. Stutz ist Abteilungsleiter Aufsichtsrecht im Bereich Konzern-Finanzen. Die Abteilung setzt die durch verschiedene nationale und internationale Aufsichtsbehörden festgelegten regulatorischen Anforderungen in der Bank um. Stutz’ Mitarbeiter verteilen sich über ganz Deutschland – ein wichtiger Grund für den 55-Jährigen, sich für das Mentoring anzumelden. „Ich wollte wissen, welche Möglichkeiten es gibt, sich standortübergreifend zu vernetzen und die neuen technischen Angebote noch besser zu nutzen.“ Das Tandem nahm sich unter anderem Skype for Business vor. Herkömmliche Telefonkonferenzen gibt es in Stutz’ Abteilung seither kaum noch. „Das läuft jetzt alles per Video, wenn möglich mit 360-Grad-Kameras. Wir nutzen das von der Bank angebotene Spektrum an Technologien inzwischen sehr weitgehend, teilen Bildschirme und bearbeiten gemeinsam Dokumente.“


Facebook, Twitter, WhatsApp, LinkedIn, Xing, aber auch jüngere Plattformen wie Instagram und Snapchat standen ebenfalls auf dem Programm. „Wir haben uns die verschiedenen Netzwerke zusammen näher angeschaut. Dadurch lernt man sich noch mal anders kennen“, so Dinter. Besonders der Kurznachrichtendienst Twitter hat es Stutz angetan. „In der Flut von Informationen, die jeden Tag auf uns einströmen, möchte ich jederzeit den Durchblick behalten – egal, wo ich bin. Bei Twitter habe ich meinen individuellen Stream mit aktuellen Themen, die für mich und meine Arbeit wichtig sind.“ Doch nicht alle Netzwerke wird Stutz in Zukunft nutzen. „Mir geht es darum, die richtige Auswahl an Medien und Technologien zu treffen. Sie sollen kurz und kompakt relevante Informationen liefern.“ Denn gerade in der Regulatorik tut sich derzeit viel und auch die Umstrukturierung der Finanz-Bereiche forderte den gebürtigen Saarländer. „Mir hat das nochmals vor Augen geführt, wie wichtig es ist, up to date zu sein und auch zu bleiben.“