Nachhaltigkeitsresearch

Nachhaltigkeit als Investmentthema:

Der umfassende Ansatz im Nachhaltigkeitsresearch

Bankenwerte

Steigende Kundennachfrage und Regulationen machen Nachhaltigkeitsaspekte von Anlagen und Produktportfolios immer wichtiger. Das DZ BANK Research verknüpft Renditeerwartungen und Nachhaltigkeit in seinen Analysen.

Wir stehen mit allen Kundengruppen im Dialog und betreiben intensive Netzwerkarbeit, um Nachhaltigkeit als Investmentthema zu verankern und entsprechende Produkte zu vermarkten.

Marcus Pratsch, Leiter Nachhaltigkeitsresearch

Marcus Pratsch (rechts im Bild), Leiter Nachhaltigkeitsresearch, und Matthias Dürr (links im Bild), Senior SRI Analyst, aus dem Nachhaltigkeitsresearch der DZ BANK

An wen richtet sich das Angebot des Sustainable Investment Research?

Matthias Dürr: Unser Angebot richtet sich vor allem an Genossenschaftsbanken sowie institutionelle Anleger im In- und Ausland, die ihre Anlagen und ihr Produktportfolio aufgrund regulatorischer Erfordernisse und steigender Kundennachfragen immer stärker unter Nachhaltigkeitsaspekten bewerten müssen. Bereits seit 2011 bieten wir ihnen einen umfassenden Prüfungs- und Beratungsansatz für Aktienanlagen im Nachhaltigkeitsresearch an. Im Laufe der Jahre haben wir unser Angebot sukzessive um ein Nachhaltigkeitsrating für Staaten und ein Nachhaltigkeitsrating für SSAs (Supranationals, Sub-Sovereigns, Agencies) sowie das Corporate-Rating um reine Anleiheemittenten erweitert.


Marcus Pratsch: Wir stehen mit allen Kundengruppen im Dialog und betreiben intensive Netzwerkarbeit, um Nachhaltigkeit als Investmentthema zu verankern und entsprechende Produkte zu vermarkten. Im Rahmen der 23. UN-Klimakonferenz in Bonn haben wir beispielsweise verdeutlicht, dass öffentliche Investitionen bei weitem nicht ausreichen, um eine nachhaltige Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zu ermöglichen.  

Welchen Ansatz verfolgen Sie?

Marcus Pratsch: Unser Nachhaltigkeitsrating basiert auf einem integrierten Analyseansatz, der über die klassische ESG-Perspektive hinausgeht und zusätzlich die ökonomische Dimension von Nachhaltigkeit berücksichtigt. Damit ermöglichen wir es institutionellen Investoren, Vermögensverwaltern und Genossenschaftsbanken, bei ihren Anlageentscheidungen Renditeerwartungen und Nachhaltigkeit miteinander zu verknüpfen. Das bedeutet, dass – im Gegensatz zum fundamentalen, oft kurzfristig orientierten Research – die langfristige Perspektive und Wertentwicklung der untersuchten Emittenten im Vordergrund der Analyse steht.


Matthias Dürr: Bei Corporates und SSAs betrachten wir im Rahmen eines mehrstufigen Ratingprozesses rund 150 ökologische, soziale sowie die Unternehmensführung betreffende „Governance“-Aspekte und gewichten sie nach Branchenzugehörigkeit. Zudem berücksichtigen wir bei der Klassifizierung von Einzelwerten eine sogenannte sektorale (innerhalb einer Branche) und eine cross-sektorale (branchenübergreifende) Nachhaltigkeitsgrenze, die jeweils durch das Erreichen einer Mindestpunktzahl charakterisiert wird. Anhand ökonomischer Nachhaltigkeitsindikatoren, ausgedrückt durch einen ökonomischen Nachhaltigkeitsfaktor, ergänzen wir das ESG-Rating um die vierte Dimension von Nachhaltigkeit. Letztendlich nehmen wir eine Einteilung in nachhaltige und nicht nachhaltige Emittenten vor. Dabei berücksichtigen wir auch harte und weiche Ausschlusskriterien sowie aktuelle, schwerwiegende Kontroversen.  

Neben dem gesamten Aktien- und Anleiheuniversum der DZ BANK mit rund 150 Anleihe-Emittenten und 300 Aktien sind in der Analysedatenbank des Nachhaltigkeitsresearch etwa 2.000 weitere Emittenten gelistet.

Matthias Dürr, Senior SRI Analyst

Wie viele Werte untersuchen Sie?

Matthias Dürr: Neben dem gesamten Aktien- und Anleiheuniversum der DZ BANK mit rund 150 Anleihe-Emittenten und 300 Aktien sind in der Analysedatenbank des Nachhaltigkeitsresearch etwa 2.000 weitere Emittenten gelistet. Aktuell stufen wir rund 20 Prozent der von uns beobachteten Emittenten als nachhaltig ein. Bei der Nachhaltigkeitsbewertung von Staaten nehmen wir eine Dreiteilung in „nicht-nachhaltige Staaten“, „Transformationsstaaten“ und „nachhaltige Staaten“ vor.  

Fließt das Nachhaltigkeitsresearch auch in die Produktgestaltung mit ein?

Marcus Pratsch: Seit 2012 integrieren wir das DZ BANK Gütesiegel für Nachhaltigkeit in sämtlichen Aktien-Publikationen und sind dabei, es sukzessive auch in Fixed Income-Publikationen zu integrieren. Zudem ist das Siegel in der sogenannten Masterliste aufgeführt, die die Volksbanken Raiffeisenbanken als Beratungsinstrument nutzen. Sustainability Bonds sind seit einigen Jahren ein wichtiges Themenfeld unserer Analysetätigkeit. So unterstützen wir Investoren bei Transaktionen mit Hilfe unseres Ratings bei der Anlageentscheidung.
Gemeinsam mit den Fundamentalanalysten und weiteren Fachabteilungen entwickeln wir außerdem Anlageideen aus Nachhaltigkeitstrends. So haben wir beispielsweise im Rahmen der 67. Internationalen Automobil Ausstellung die Publikation „10 nachhaltigkeitsbezogene Schlüsselerkenntnisse von der IAA“ lanciert, die Investoren unter Anlagegesichtspunkten vielversprechende Zukunftstrends aufzeigt. Anfang 2017 haben wir außerdem für Unternehmen der Genossenschaftlichen FinanzGruppe das sogenannte „Depot A Nachhaltigkeitsscreening“ eingeführt. Diese Dienstleistung ermöglicht es den Banken, ihre Eigenanlagen nachhaltiger zu gestalten.

Ausschlusskriterien im Nachhaltigkeitsrating

Die DZ BANK schließt Emittenten aus dem Nachhaltigkeitsuniversum aus, die

  • fundamentalen Prinzipien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zuwiderhandeln,
  • gegen Umweltgesetze und international akzeptierte ökologische Mindeststandards verstoßen,
  • grundlegende Menschenrechte verletzen oder
  • gesetzlich nicht geforderte Tierversuche durchführen.

 

Außerdem stufen wir Emittenten als nicht nachhaltig ein, sobald sie in kontroversen Geschäftsfeldern mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes erwirtschaften. Emittenten, die sowohl die für ihre Branche relevante sektorale als auch die cross-sektorale Nachhaltigkeitsgrenze überschreiten, gegen keines der oben genannten Ausschlusskriterien verstoßen und keine aktuellen schwerwiegenden Kontroversen aufweisen, qualifizieren sich für das investierbare Nachhaltigkeitsuniversum und werden mit dem DZ BANK Gütesiegel für Nachhaltigkeit gekennzeichnet.

Research im Dialog

Das Nachhaltigkeitsresearch betreibt intensive Netzwerkarbeit, um Nachhaltigkeit als Investmentthema zu verankern und entsprechende Produkte zu vermarkten. Dies zeigen die folgenden Beispiele aus dem Jahr 2017:

  • Oktober 2017: Vorstellung der Studie „Singapur und seine Nachbarstaaten haben großes Potenzial, sich als wichtige Drehscheibe für Sustainable Finance zu etablieren“ bei institutionellen Investoren, Emittenten, NGOs, Behörden und Verbänden in Singapur
  • November 2017: Vortrag vor der Weltgemeinschaft auf der COP23 (23. UN-Klimakonferenz) in Bonn
  • November 2017: Vortrag auf dem DZ BANK Day on Germany in Peking
  • November 2017: Moderation des „OMFIF-DZ BANK Sustainability Roundtables“ zum Thema „Greening Infrastructure Finance“ an der „Beijing Central University of Finance and Economics“